Wir schicken kämpferische Grüße an unsere guten Genoss:innen von Berg Fidel Solidarisch (BFS) aus Münster. Ende September kündigte der Immobilienkonzern LEG deren Nachbarschaftstreff, in dem BFS regelmäßig Mieter:innensprechstunden, Veranstaltungen und Treffen veranstaltet. Die Räumlichkeiten wurden erst Anfang April dieses Jahres bezogen und nach umfangreicher Renovierung eröffnet. Die Kündigung zum 31.03.2026 kommt ohne jegliche Vorankündigung durch die LEG, vielmehr wurde eigentlich eine langfristige Mietdauer in Aussicht gestellt.
Begründet wird der Rausschmiss damit, dass der Nachbarschaftstreff eine „eine Plattform für Dissens und Kritik“ sei, so die LEG. Das es an der LEG eine Menge zu kritisieren gibt, dass Wissen wir hier in Gaarden nur zu genau. Ende 2021 hat das Unternehmen über 2300 Wohnungen in Gaarden übernommen und seit dem berichteten Mieter:innen über teils katastrophale Wohnbedingungen: Von nicht behobenen Wasserschäden, Schimmel, kaputten Türen und Dächern über nicht Erreichbarkeit der Hausmeister und LEG-Verantwortlichen bis hin zu dubiosen Steigerungen der Nebenkosten. In gemeinsamen Kämpfen konnten einige Verbesserungen für Mieter:innen erkämpft werden aber der Grundwiderspruch bleibt: der LEG als Aktienunternehmen geht es nicht um die Bedürfnisse von uns Mieter:innen, sondern einzig um Profite und Dividenausschüttungen an die Aktionäre.
Wir schauen seit Jahren interessiert und inspiriert auf die unermüdliche Arbeit von BFS, auf die klugen Gedanken der Reflexion und die Ansätze der Organisierung von und als Klasse. Wir fühlen uns unseren Genoss:innen in Berg Fidel verbunden, weil wir jeweils Räume der Solidarität in unseren Stadtteilen aufbauen wollen. Wir sehen uns zusammen mit BFS als Teil eines übergreifenden Projekts zum Aufbau von Gegenmacht und revolutionärer Stadtteilorganisierung.
Daher sagen wir: Solidarität mit BFS! Widerstand lässt sich nicht kündigen – aber Immobilienkonzerne lassen sich enteignen!