Am vergangenen Samstag, dem 18.07, stand im Stadtteilladen Anni Wadle nicht nur das gemeinsame Feiern, sondern auch das kollektive Gestalten unseres Raumes im Mittelpunkt. Pünktlich um 10 Uhr morgens startete unser Bautag mit einer engagierten Gruppe von Genoss:innen und Nachbar:innen, die bereit waren, gemeinsam anzupacken.


Selbst die Ecken, die sonst nur von den tapfersten Staubwedeln erreicht werden, bekamen ihre verdiente Aufmerksamkeit. Im Anschluss daran machten wir uns ans Streichen. Der gesamte Raum erhielt einen frischen Anstrich, und als besonderes Highlight erstrahlt eine Wand nun in einem kräftigen Weinrot, das dem Laden eine neue, warme und einladende Atmosphäre verleiht.

Nach der anstrengenden, aber lohnenden Arbeit luden wir zwischen 14 und 16 Uhr zum gemeinsamen Grillen ein. Bei veganen Würstchen und leckerem Essen konnten wir die Früchte unserer Arbeit genießen. Besonders gefreut haben wir uns, dass uns einige Nachbar:innen spontan Gesellschaft leisteten und die gemeinsame Pause zu einem echten Moment der nachbarschaftlichen Solidarität wurde




Um 16 Uhr ging es nahtlos in die Geburtstagsfeier für Anni Wadle über. Zwei Aktive aus dem Stadtteilladen hielten bewegende Reden. Dabei wurde ein Einblick in das Leben und die politische Arbeit Anni Wadles gegeben. Außerdem wurden auch eindringliche Passagen aus ihrer Autobiografie namens „Mutti, warum lachst du nie?“ vorgelesen, die einmal mehr daran erinnerten, wie sehr ihr Engagement und ihr Kampf für Gerechtigkeit die Grundlagen dessen prägen, was der Stadtteilladen heute ist.

Bei Kuchen und Kaffee ließen wir den Tag gemeinsam ausklingen. Die Gespräche vertieften sich dabei schnell in die jüngere deutsche Geschichte: Von den dunklen Kapiteln des Nationalsozialismus und der unverzichtbaren Bedeutung antifaschistischen Widerstands bis hin zu den sozialistischen Kämpfen und Bewegungen, die Kiel und Hamburg über Jahrzehnte geprägt haben. Es wurde deutlich, dass Annis Lebenswerk untrennbar mit dem Einsatz für eine gerechtere, solidarische Gesellschaft verbunden ist. Diese Erinnerungsarbeit ist keine bloße Rückschau, sondern ein fortwährender Ansporn, diese historischen Kämpfe im Hier und Jetzt fortzuschreiben und im Stadtteil zu verteidigen.


Wir danken allen, die sich am Bautag beteiligt, mitgegrillt und mitdiskutiert haben. Solche Tage stärken nicht nur unsere physischen Räume, sondern vor allem das solidarische Miteinander im Stadtteil. Und Wir verabschieden uns bis zum 16.8. in die Sommerpause.
